Viele Bausteine bilden das Konfirmandenjahr
Die veränderte Situation der Jugendlichen und ihrer
Lebenswelt sowie eine veränderte Personalsituation waren Anlass,
zu einer Weiterentwicklung des bisherigen Konzeptes.
Im folgenden sollen nun die einzelnen Bausteine kurz beschrieben werden.
Einführungsgottesdienst
Nach Anmeldung und einer kurzen Unterrichtsphase findet der
Einführungsgottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden
traditionell im Gottesdienst zum Sommerfest statt. Dort werden die
Jugendlichen in der Gemeinde als Konfirmandinnen und Konfirmanden
begrüßt und dort erfährt die versammelte Gemeinde,
welche Jugendlichen sich zum Konfirmandenjahr angemeldet haben.
Kleingruppe und Stammgruppe
Gerade in der Anfangsphase findet der wöchentliche, 90 minütige,
Unterricht in der, nach Möglichkeit, geschlechtsspezifischen
Kleingruppe mit der „passenden“ Bezugsperson (GruppenleiterIn)
zum gegenseitigen Kennenlernen statt.
In dem laufenden Konfirmandenjahr hieß das beispielsweise: 7
Mädchen und Gemeindepädagogin Karin Jablonski bildeten eine
Kleingruppe und Pfarrer Frank Fuchs und 8 Jungs bildeten eine Kleingruppe.
Beide Gruppen trafen sich zu einer parallelen Uhrzeit.
Nach der ersten Kennenlernphase bilden beide Kleingruppen die sogenannte
„Stammgruppe“, die gemeinsam von einem Gruppenleiter und
einer Gruppenleiterin unterrichtet werden.
Im Laufe des Konfirmandenjahres kann aber immer wieder einmal der
Unterricht in den Kleingruppen stattfinden.
Seminar
Früher bezeichneten wir den dreitägigen Aufenthalt (während
der Schulzeit) in einer Jugendbildungsstätte als „Konfirmandenfreizeit“.
Da es sich aber hierbei nicht um ein Freizeitangebot im eigentlichen
Sinne handelt, trifft die Bezeichnung „Konfirmandenseminar“
besser, was dort geschieht. Denn auch hier findet neben dem Kennenlernen
der MitkonfirmandInnen und GruppenleiterInnen, vielem gemeinsamen
Ausprobierens und Erlebens, kreativen und spielerischen Elementen
auch Unterricht in den verschiedenen Gruppenformen statt. Das Seminar
findet in der Anfangsphase, also meist im September/Oktober statt.
Die Freistellung vom schulischen Unterricht ist übrigens mit
dem Kultusministerium einheitlich geregelt. Ehrenamtliche MitarbeiterInnen
aus der Kinder- und Jugendarbeit begleiten neben der hauptamtlichen
Mitarbeitern diesen Baustein.
Besuche
Ein wichtiges Ziel für das Konfirmandenjahr ist das
Kennenlernen der Gemeinde und der Menschen die hier leben und arbeiten.
Besuche der Konfirmandinnen und Konfirmanden bei ehrenamtlichen MitarbeiterInnen,
in Gruppen, Kreisen, Einrichtungen und bei Veranstaltungen sind dazu
notwendig. Kontakte können hier neu entstehen und/oder vertieft
werden. Einen besonderen Platz nimmt hier der regelmäßige
(mindestens 2 im Monat) Gottesdienstbesuch ein. Hier kann nicht nur
Gemeinde, sondern auch das Feiern des Gottesdienstes mit seinen verschiedenen
Elementen, Formen und Aufgaben erlebt und erfahren werden. Zukünftig
soll eine größere Anzahl von Gottesdiensten angeboten werden,
die der Altersgruppe entsprechen. Wir freuen uns, wenn Eltern ihre
Konfirmandinnen und Konfirmanden zum Gottesdienst begleiten und zum
anschließenden „Nachgespräch“ mit ihren Jugendlichen
zur Verfügung stehen.
Projektphasen
Zu Beginn des Konfirmandenjahres wählen die Jugendlichen (mindestens)
drei Projekte in drei Projektphasen. In den vierwöchigen Projektphasen
findet kein Unterricht in den Klein- oder Stammgruppen, sondern in
den gewählten Projektgruppen statt. In den Projektphasen sehen
wir folgende Chancen und Möglichkeiten:
-
sie bieten die Möglichkeit sowohl mit weiteren
Konfirmanden und Konfirmadinnen als auch mit weiteren GruppenleiterInnen
zusammen zuarbeiten
-
sie bieten die Möglichkeit aus verschiedenen
Zugängen zu Themen zu wählen
Beispiel: Das „Pflicht“thema Jesus wurde in folgenden
Projekten angeboten:
- „Jesus und seine Zeit“ (Mit Exkursion zur Saalburg)
- „Jesus von Montreal“ (Filmprojekt)
- „Jesus Christ – Superstar“ (Film- und Musikprojekt)
-
sie bieten die Möglichkeit Themen zeitlich
flexibel zu gestalten, was zum Beispiel für Exkursionen, Filme,
Besuche und Besucher sehr hilfreich ist.
-
sie bieten die Möglichkeit den gewählten
Vorstellungsgottesdienst in der
Projektphase und nicht zusätzlich neben dem Unterricht in den
Gruppen vorzubereiten.
-
sie bieten den Jugendlichen die Möglichkeit,
sich neben den „Pflichtthemen“
mindestens ein „freies Thema“ zu wählen
Neben den schon erwähnten drei unterschiedlichen Projekten
zum Thema Jesus
gab es Projekte zum Thema Diakonie, Symbole und Vorbilder sowie drei
verschiedene Vorstellungsgottesdienste.
Vorstellungsgottesdienste
Einer muss schon sein! In den letzten Jahrzehnten hat sich
die „Vorstellung“ der KonfirmandInnen stark verändert.
Einige können sich sicher noch an das Auswendiglernen des „kleinen
Katechismus“ erinnern, der dann im Vorstellungsgottesdienst
abgefragt wurde. So sollte der Gemeinde gezeigt werden, dass die KonfirmandInnen
„etwas über ihren Glauben gelernt hatten“ und deshalb
„reif seien“ für die Konfirmation. Im Laufe der Zeit,
hat man von dieser Form Abstand genommen und statt dessen einem von
Konfirmandinnen und Konfirmanden selbst gestalteten Gottesdienst Platz
gemacht. Seit einigen Jahren können sich in unserer Gemeinde
die KonfirmandInnen zwischen mindestens drei unterschiedlichen Gottesdiensten
im Kirchenjahr entscheiden. Die Inhalte des Gottesdienstes können
gemeinsam erarbeitet und formuliert, Gestaltungsmöglichkeiten
entwickelt, Lieder ausgesucht werden.
In diesem Jahr fanden/finden zum Beispiel folgende Gottesdienste statt:
Familiengottesdienst am Hl. Abend in der Kulturhalle
Jugendgottesdienst zum selbst gewählten Thema: „Liebe ist
das Wichtigste auf der Welt“
Gottesdienst an Himmelfahrt auf der Schönwaldau mit Abendmahl
aller Konfirmandinnnen und Konfirmanden
Elternabende
Nicht nur der Kontakt zu den Konfirmandinnen und Konfirmanden ist
uns wichtig, sondern auch zu deren Eltern! Das Konfirmandenjahr bietet
vielfältige Möglichkeiten miteinander ins Gespräch
zu kommen bzw zu bleiben. Inhaltliche Gespräche zur bevorstehenden
Konfirmation bieten mindestens drei Elternabende. Ein wichtiges Thema
ist hier der Segen, der im Konfirmationsgottesdienst einen wesentlichen
Bestandteil darstellt. Aber auch ganz praktische Dinge können
an diesen Abenden miteinander besprochen werden.
Eltern, die darüber hinaus den Konfirmationsgottesdienst mitgestalten
wollen, treffen sich zu weiteren Terminen.
Konfirmationsgottesdienst
Am Ende des Konfirmandenjahres steht eine Entscheidung und das Konfirmandenjahr
dient dazu, eine Entscheidung treffen zu können. Entscheiden
sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden dazu, ihre Taufe zu bestätigen,
das Glaubensbekenntnis zu sprechen, und beispielsweise die Fragen:“
Wollt ihr euren Weg gehen im Vertrauen darauf, daß Gott euch
begleitet?
Wollt ihr versuchen im Sinne Jesu zu leben?
Wollt ihr weiter fragen und wachsen im Glauben an Gott, der uns den
Geist der Liebe und Versöhnung schenkt?“ mit „Ja,
mit Gottes Hilfe“ beantworten wollen, dann feiern wir das mit
einem großen Festgottesdienst in der Kulturhalle.
Wir feiern diesen Gottesdienst in der Kulturhalle, weil
-
wir mit allen Konfirmandinnen und Konfirmanden
gemeinsam feiern wollen
-
alle Familien darin Platz haben – mögen
sie auch noch so groß sein
-
auch die Gemeinde – die ja schließlich
auch allen Grund zum Feiern und zur Freude hat, eingeladen werden
kann
-
wir mit „Pauken und Trompeten feiern wollen“,
was bedeutet das Chöre, der Posaunenchor, die Band....... Platz
haben
-
wir auch nach dem Gottesdienst einen schönen
Übergang zum Fest zu Hause schaffen können
-
wir „die Halle“ auch mit der Unterstützung
der Eltern zu „einer modernen Kirche“ gestalten
Im Gottesdienst und der Segenshandlung, sollen –exemplarisch-
die Menschen beteiligt sein, die die Konfirmandinnen und Konfirmanden
bisher auf ihrem Weg begleitet haben. Also, Eltern, Paten, für
die Gemeinde Mitglieder des Kirchenvorstandes und die Gruppenleiter
und Gruppenleiterinnen.
Es ist schon zu einer schönen Tradition geworden, dass sich die
Eltern ein Symbol (zum Beispiel: Brücke, Fluss, Zeit, Universum....)
wählen, um damit ihre Gedanken und auch ihre Wünsche zur
Konfirmation ihrer Kinder zu formulieren.
Ich selbst freue mich schon wieder sehr auf dieses Ereignis und die
Vorbereitungen mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden und deren
Eltern.
Für weitere Fragen zum Thema Konfirmation stehen wir Euch und
Ihnen gerne zur Verfügung.
Herzlichst ihre/eure
Karin Jablonski
Gemeindepädagogin
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