Geschafft!! Der 24-Stunden-Lauf
ist vorüber. Dieser Lauf wird vom Verein „Gemeinsam mit Behinderten“
seit vielen Jahren in Dudenhofen veranstaltet, und alle Spenden, die
an diesem Wochenende gesammelt werden, kommen dem Verein zu Gute.
Jedes Jahr laufen ungefähr 50 Mannschaften. Eine Mannschaft besteht
(wenn möglich) aus zehn Läufern, von denen jeweils immer nur
einer auf der Bahn sein darf. Jedes Team versucht so viele Runden wie
möglich zu laufen.
Für die Evangelische Jugend
Ober Roden hat der 24-Stunden-Lauf mit der Zusammenstellung der Mannschaft
angefangen, was gar nicht so einfach war. Denn erst vier Tage vor dem
Start hat unsere Mannschaft ihren zehnten Läufer gefunden.
Doch dann konnte es endlich losgehen. Einige von uns trafen sich am
Freitag, den 12.September, und fuhren mit dem neuen Gemeindebus nach
Waldacker zur Familie Ziesecke, um die Zeltstangen, Planen, Sonnenschirme,
Bänke und so weiter einzuladen.
Angekommen auf dem Sportplatz in Dudenhofen, durften wir uns mit einem
riesigen Puzzle beschäftigen, das einmal unser Zelt werden sollte.
Schon bald merkten wir aber, dass es gar nicht funktionieren konnte,
da wir eine falsche Zeltstange dabei hatten. Einer unserer Mithelfer
musste wieder zurückfahren um die Stange auszutauschen. In der
Zwischenzeit versuchten wir zu viert weiter aufzubauen, aber leider
ergab auch die Beschriftung der Stangen keinen Sinn, so dass wir weiter
an unserem Puzzle arbeiten mussten.
Am Samstag war zum ersten Mal die
gesamte Mannschaft versammelt, da es nun langsam auf den Start zu ging.
Wir machten uns langsam warm und besprachen anschließend unsere
Laufstrategien. Kurz vor zwölf ging unser erster Läufer zum
Start. Die Spannung stieg immer weiter und schon bald darauf hörten
wir den Startschuss. Jetzt waren wir mitten drin!
Am Anfang verlief die Zeit noch im Fluge und schon bald fanden wir uns
auf der ersten Zwischenwertung auf dem zweiten Platz wieder. Leider
folgte schon wenige Stunden später der erste Niederschlag, denn
einer unserer Mitläufer wurde von einer Hornisse gestochen und
lief am Anfang noch tapfer gegen den Schmerz an, aber schließlich
ging er doch ins Sanitätszelt, wo er behandelt wurde. So liefen
wir also einige Zeit nur noch zu neunt. Zum Glück kam er aber wieder,
bevor ein weiterer Läufer ausfiel. Verletzungsbedingt musste er
in der Nacht nach Hause fahren und wir waren zum zweiten Mal zu neunt.
Diesmal war es noch härter, weil er bis zum Ende nicht wieder kam.
Besonders in diesen Stunden war es für die Läufer sehr anstrengend,
doch einige Zuschauer blieben die ganze Nacht bei uns, um uns zu unterstützen
und immer wieder aufzumuntern. Dank dieser tollen Hilfe war die Nacht
ein wenig leichter zu ertragen.
In der Zwischenzeit befanden wir uns auf dem dritten Platz, welchen
wir einige Zeit hielten. Dann wechselten wir in der Nacht unsere Laufstrategie
und wir liefen in zwei fünfer Gruppen, in welcher jeder Läufer
jeweils sieben Runden zu laufen hatten. Während dessen hatte die
andere Gruppe ungefähr eine Stunde Pause, die man meistens zum
Schlafen benutzte. Nach dieser Stunde, für die jeder Läufer
dankbar war, fiel das Weiterlaufen aber umso schwerer. Wir waren auch
froh, zwei Wärmestrahler vor unserem Zelt zu haben, vor denen man
sich immer wieder aufwärmen konnte, was auch dringend nötig
war, da es jedes Mal, wenn man aus dem Schlafsack kam, ziemlich kalt
war. Nach einer endlos scheinenden Nacht graute endlich wieder der Morgen
und die Besucher nahmen wieder zu. Doch leider gab es für uns Läufer
schon wieder eine schlechte Nachricht, denn zum Einen waren wir nur
noch auf dem vierten Platz und zum anderen fiel für einige Zeit
ein weiterer Läufer aus. Da dieser unter Durchfall litt, konnte
er verständlicherweise längere Zeit nicht laufen, und auch
die Kohletabletten von unseren Helfern schienen nicht zu wirken.
Langsam, aber sicher ging es auf die lang ersehnten 12 Uhr zu. Wir versuchten
unser Tempo zum Schluss noch einmal zu steigern, doch wir blieben weiterhin
auf dem vierten Platz, worüber wir uns am Schluss doch sehr freuten.
Doch trotz allem fanden wir es alle sehr toll, bei diesem Lauf dabei
zu sein, auch wenn zwischendurch kamen Kleinigkeiten wie Krämpfe,
Zerrungen,... auftraten. Zum Schluss humpelten wir noch eine Ehrenrunde
und warteten anschließend auf die Siegerehrung. Schon bald darauf
fielen wir alle zu Hause in unsere Betten.
In diesem Jahr haben wir endlich
unserem Mannschaftsnamen wieder alle Ehre gemacht, denn wir waren seit
langem die jüngste Mannschaft der Evangelischen Jugend Ober Roden
und hatten sogar mal wieder weibliche Mitläuferinnen.
Insgesamt liefen wir 907 Runden (362 km) und blieben dann doch noch
bei unserem vierten Platz, was mit so einer jungen Mannschaft und sehr
viel Konkurrenz schon eine starke Leistung war. Alles in allem war es
natürlich sehr anstrengend, aber auch eine tolle Erfahrung, was
wir nicht zuletzt auch den freiwilligen Helfern beim Auf- und Abbau
sowie unseren Betreuern in der Nacht zu verdanken hatten.
Tanja Wiedenmann & Sarah Mertins (beide selbst Läuferinnen)