Ein Bericht von der Teilnahme 2002
| Am 07. und 08. September dieses Jahres war es so weit: Der 24h-Lauf 2002 des Vereins „Gemeinsam mit Behinderten“ in Dudenhofen fand wieder statt. Der 24h-Lauf ist eine der größten Benefizveranstaltungen im Rhein-Main-Gebiet. Um die 40 Mannschaften bemühen sich, mit 10 Läufern so viele 400m-Runden wie möglich zu laufen. Honoriert wird dies dann mit Spenden nach dem Motto „Pro gelaufene Runde der Mannschaft Nummer 35 spendet Heinz Müller 10 Cent“ oder „Wenn bis 15Uhr 10.000€ erreicht sind, legt die Sparkasse noch einmal 2500€ drauf“. Dabei kommen dann jedes Jahr über 100.000€ zusammen. Wir, die Evangelische Jugend Ober-Roden, sind dieses Jahr schon das 13. Mal bei dieser Laufveranstaltung dabei gewesen. Mit „Jugend“ mit ein paar gestandenen Fünfzigern, „Ober-Roden“ mit Läufern aus dem halben Kreis Offenbach und „Evangelisch“ mit allen Konfessionen hat unsere Mannschaft auf dem ersten Blick zwar nicht allzu viel zu tun, trotzdem sind wir froh dass uns die Kirchengemeinde die Chance gibt, für sie zu laufen und sie repräsentieren zu dürfen. Jedes Jahr sind wir mit Freude und Engagement bei der Sache. Zugegeben, ein bisschen verrückt muss man schon sein – eine Nacht ohne Schlaf, Muskelkater noch eine halbe Woche später und Sonntag Mittag total erschöpft. Aber es macht uns einfach Spaß, dieser Kampf gegen den inneren Schweinehund und die sportliche Auseinandersetzung. In erster Linie wollen wir an diesem Wochenende aber einfach Spaß haben. So steht unsere Mannschaft auch jedes Jahr jedem Läufer offen – egal wie sportlich er ist, Hauptsache er hat Freude am Laufen. Bei uns wird niemand abgewiesen! Wir starteten Samstag Mittag ohne ein bestimmtes Ziel. Im Hinterkopf war sicherlich irgendwo der dritte Platz vom letzten Jahr und das Wissen, dass die Mannschaft fast identisch ist wie damals (sieben Läufer starteten auch 2001), aber in erster Linie wollten wir, wie gesagt, einfach Spaß haben. Allerdings war uns auch bewusst, dass erst mit der Zeit der sportliche Ehrgeiz geweckt werden kann. So war es dann auch: Wir freuten wir uns riesig über den vierten Platz nach der ersten Stunde und sogar dem zweiten Platz um 14h. Ab dann war der Ehrgeiz geweckt: Wenn man erst einmal so weit gekommen ist, möchte man das Erreichte auch behalten. Dies gelang uns bis in die Nacht auch problemlos. Zu dem Team auf Platz drei hatten wir einen beruhigenden Abstand herausgelaufen, und auch nach vorne, zur den Erstplatzierten GOS-Busters der Claus-von-Stauffenberg-Schule schien nichts mehr möglich. Gegen 0.45h jedoch setzte ein unheimlicher Regenschauer ein. Die Bahn stand nach wenigen Minuten unter Wasser und der Veranstalter sah sich genötigt, eine Zwangspause vorzunehmen. Der Schlamm und Matsch machten ein geordnetes Laufen unmöglich. So konnten wir uns bis 3h hinlegen, erholen und neue Kräfte sammeln. Um 3h gab es einen Neustart. Eine Stunde später hatten die GOSbusters immer noch einen beruhigenden Vorsprung von zwölf Runden. Im Prinzip schien das Rennen gelaufen. Aber dann nahm es eine ganz andere Wendung. Auf einmal verringerte sich der Abstand zur GOS abrupt innerhalb einer Stunde. Wir witterten noch einmal eine Chance auf den ersten Rang und begannen eine systematische Aufholjagd. Wenn man einmal am Sieg geschnuppert hat, ist man anschließend viel motivierter und möchte diesen auch unbedingt erreichen. Nach hinten konnte und nichts mehr passieren, da waren über 20 Runden Vorsprung. So begannen wir, unser Tempo zu forcieren und gezielt die Läuferinnen und Läufer der Nummer 12 zu überholen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Der Rückstand von vormals über zehn Runden begann zu purzeln, teilweise fünf Runden in nur einer Stunde. Dies motivierte uns nur noch mehr und wir wurden ganz euphorisch. Sehnsüchtig erwarteten wir immer die neuen Zwischenstände zur vollen Stunde um zu wissen, was sich getan hatte. Um 8 Uhr hatten wir dann das erste Mal die Führung übernommen. Aber wir hatten immer noch Angst vor einem Konter der GOS, vor einem Gegenangriff oder eine Tempoverschärfung. So liefen wir unbeirrt unser Tempo weiter und bauten unseren Vorsprung sukzessive aus. Aber es kam nichts mehr – wir hatten gewonnen. Das erste Mal bei 13 Teilnahmen stand die Mannschaft der Evangelischen Jugend Ober-Roden ganz oben auf dem Treppchen. Als uns bewusst wurde, dass uns niemand mehr den Sieg nehmen wird, breitete sich eine unheimliche Euphorie aus. Um 12h war es dann wirklich offiziell: Mit inzwischen 13 Runden Vorsprung hatten wir den 21. 24h-Lauf in Dudenhofen gewonnen! Die Freude und Euphorie über den Sieg ließ die Schmerzen und schweren Beine erst einmal vergessen. Wir feierten unseren Sieg ausgelassen bei der Ehrenrunde und einer Sektdusche. Um 13h folgte dann die offizielle Siegerehrung und Pokalübergabe. Anschließend fuhren wir dann überglücklich und zufrieden nach Hause und fielen todmüde in unsere Betten. Aber wir waren glücklich und wussten, dass wir mit unserem ersten Platz eine ganz tolle Leistung erbracht hatten! Und wir wussten, dass wir nächstes Jahr sicher wieder dabei sein werden! |
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