Liturgie

„Liturgie“ was ist das?

Zunächst ist Liturgie nur ein anderes Wort für Gottesdienst, das Wort bezeichnet einfach den Dienst an Gott, der im Gottesdienst vollbracht wird. Im kirchlichen Sprachgebrauch ist es üblich geworden von Liturgie zu reden, wenn man die spezielle Form, den Ablauf eines Gottesdienstes meint, also die Abfolge von Gebeten, Liedern, Lesungen und Wechselgesängen, die unsere traditionellen Gottesdienste prägen.
Diese Form des Dienstes an Gott ist über Jahrhunderte gewachsen und geprägt worden. Leider führte das einerseits zu mancherlei Verkürzung der Liturgie, die den ursprünglichen Sinn verstümmelte und andererseits zur Ritualisierung, die die Liturgie für den nicht Eingeweihten in ihrem Sinn nicht mehr durchschaubar erscheinen lässt.

Daher möchte ich zuerst über den Sinn von Liturgie im Allgemeinen nachdenken, um später die Teile einmal im Einzelnen zu erläutern und vielleicht manchem wieder verständlich zu machen.
Für mich beschreibt die Liturgie eines Gottesdienstes eine Art Weg oder Prozess, oder: Der Mensch, der den Gottesdienst besucht, kommt verändert wieder heraus.
Der Weg, den wir im Gottesdienst gehen könnte symbolisch beschrieben werden als einer vom Dunkel zum Licht oder vom Tod zum Leben (besonders spürbar in der Osternacht, der Mutter aller christlichen Gottesdienste). Wer sich auf den Gottesdienst einlässt, wer diesen Weg mitgeht, der wird nach einiger Zeit der Übung immer mehr diese heilende Kraft des Gottesdienstes spüren können. Lebendiger kommen Menschen aus dem Gottesdienst, wenn sie seinen Weg mitgehen.
Der erste Schritt auf diesem Weg ist im Eingangsteil sich auf die Begegnung mit Gott vorzubereiten, Sorgen und Nöte, auch die eigene Verfehlung werden formuliert und vor Gott gebracht. Ein modernes Kirchenlied bringt zum Ausdruck, was gemeint ist „Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht bringe ich vor Dich“ (EG 584). Durch Gottes heilende Anwesenheit wird uns im Gottesdienst deutlich, dass er uns so akzeptiert wie wir sind, mit all unseren Grenzen. Mit seiner Botschaft werden wir im zweiten Teil dem „Wortteil“ konfrontiert, Worte der Bibel und ihre Auslegung für unsere Zeit werden in der Predigt ausgedrückt, im dritten Teil dem „Sakramentsteil“ haben Taufe und Abendmahl ihren Platz, sie bilden einen Höhepunkt der erhofften Nähe Gottes in der Liturgie, im Wasser und in Brot und Wein wird seine Nähe noch anders spürbar als im Wort, das wir vorher gehört haben. Im letzten Teil bedenken wir, was das Gesagte und Gefühlte für unseren Alltag bedeutet und wie es ihn verändert. Wir gehen aus der Kirche mit dem Segen, der uns die Gewissheit gibt, das Gott es gut meint und gut macht mit unserem Leben.

Der eigentliche Gottesdienst beginnt dann, wenn wir mit dieser Erfahrung wieder vor die Kirche zurück in unseren Alltag treten und Gottes Nähe dorthin mitnehmen. Das ist in groben und kurzen Zügen der Sinn von Liturgie.
Herzliche Einladung, gehen Sie mit uns den Weg ins Leben.
Ihr Pfarrer Matthias Welsch

 

Liturgie allgemein

Im Namen des dreieinigen Gottes

Gottesdienstordnung

Gottesdienststruktur


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Letzte Aktualisierung: 28.Jun.2006 thb
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