Liturgie

Im Namen des dreieinigen Gottes

Jeder Gottesdienst hat einen besonderen Anfang. In langsamen Schritten begibt sich die Gemeinde miteinander in den Machtbereich Gottes. Schon das Glockenläuten kennzeichnet den Beginn.
Die Menschen kommen in die Kirche, sie beten still in der Bank stehend, sie sammeln sich. Das Glocken- läuten endet, die Orgel bringt Klang in die Kirche. Sie stimmt die Gemeinde festlich ein, sie erinnert an den Klang des Gottes, der uns heilen will, der heilig ist. Der Pfarrer begrüßt die Gemeinde, ja streng genommen macht er auch die Gemeinde miteinander bekannt. Der Gottesdienst ist ein Gemeinschaftsereignis.

Dann wird das Besondere ausgesprochen: Im Gottesdienst steht kein Mensch im Vordergrund, das deutet schon die liturgische Kleidung, der Talar, an, sondern Gott steht im Mittelpunkt. Der Gottesdienst steht unter seinem Namen, und niemand anderer soll hier Einfluss auf die Gedanken und Herzen der Menschen haben als Gott allein, deshalb wird Gottesdienst im Namen des dreieinigen Gottes gefeiert. Die Person des Vaters erinnert daran, dass alles Leben von ihm geschaffen wurde; die Person des Sohnes verdeutlicht, dass Gott uns nicht unendlich fern ist, sondern so nah, wie uns eben nur ein anderer Mensch kommen kann. Ihm ist kein Leiden fremd, er ist selbst Mensch geworden. Die Person des heiligen Geistes verbindet diese beiden Personen miteinander und mit uns. Denn jetzt, im Gottesdienst, kann sein heiliger Geist durch unseren Atem, durch unser Denken und durch unsere Blutbahn bis ins Herz hinein wehen. Nur für ihn soll jetzt Platz im Denken und Fühlen der Gemeinde sein.

Die Gemeinde antwortet darauf mit Lobgesang, ein Psalm wird gebetet und mit dem Eingangslied gesungen, und Gott wird im Gloria Patri, dem „Ehre sei dem Vater“, als der eigentliche Herr unseres Lebens geehrt. Auch hier wird wieder die Dreieinigkeit erwähnt, denn der Gedanke von der Trinität erklärt uns, wie es sein kann, dass Gott uns im Gottesdienst nahe kommt, wir seine Anwesenheit verstehen und spüren können, obwohl er in seiner Größe für uns so ungreifbar ist. Der Eingangsteil des Gottesdienstes ist ganz geprägt von einer in sich dialogischen oder gar trialogischen Struktur. Gemeinde und Pfarrer wechseln sich ab mit Rede und Gesang, deshalb beten wir auch den Psalm oft im Wechsel. Trialogisch ist die Struktur, weil es natürlich in erster Linie Gott ist, mit dem wir in Kommunikation kommen wollen.

Pfr. Matthias Welsch

 

 

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Im Namen des dreieinigen Gottes

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Letzte Aktualisierung: 28.Jun.2006 thb
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