| Ausgabe Juni/Juli 2003
Thema: Abendmahl
Die Sehnsucht, gemeinsam das Mahl zu feiern
Was bedeuten Ihnen Abendmahl und Eucharistie?
Diese Frage stellten im Januar diesen Jahres das
evangelische Magazin CHRISMON, die katholische Zeitschrift „Christ
in der Gegenwart“ und der erste ökumenische Kirchentag in Berlin
allen Leserinnen und Lesern sowie Interessierten.
Die Fülle und Qualität der Reaktionen war überwältigend.
Mehr als zwölfhundert Menschen haben sich hingesetzt und sind tief
in die eigene Geschichte eingestiegen. Sie haben theologische Argumente
gewälzt und sie mit den eigenen spirituellen Erfahrungen konfrontiert.
Die Schreibenden belegen auch, dass die überwältigende Mehrheit
von Katholiken und Protestanten in Deutschland die tiefe Sehnsucht eint,
eines Tages von beiden Kirchen anerkannt gemeinsam an den Tisch des Herrn
treten zu können.
Das Thema bewegt Männer (52,5 Prozent der Einsendungen) wie Frauen
(47,5 Prozent) aller Altersgruppen, auch wenn die unter 30 Jahre alten
Bundesbürgerinnen und -bürger unterdurchschnittlich vertreten
sind. Dabei lassen sich deutlich Trends ablesen, wie es um das Christsein
in Deutschland im 21. Jahrhundert bestellt sein wird.
Vielfältig sind die Stellungnahmen zur fortbestehenden Trennung der
Christen am Tisch ihres Herrn. Vor allem die formalen Ansprüche an
die Kommunion, das Mahl mit Brot und Wein gehen weit auseinander. In einem
Extrem plädieren Leserinnen und Leser für liturgische Strenge,
etwa im lateinischen Hochamt der römisch-katholischen Kirche, und
betonen dabei vor allem die Gegenwart Christi in Brot und Wein. Das andere
Extrem markiert eine Gruppe von Stimmen, die vor allem Wert auf die Gemeinschaft
beim Mahl legt und den Geist der Einsetzungsworte Jesu beispielsweise
im gemeinsamen Abendessen einer Pfadfindertruppe nach einem Überlebenstraining
bereits erfüllt sieht. Die Feiern in den katholischen wie evangelischen
Gemeinden werden als irgendwo zwischen den Extremen liegend beschrieben.
Dieser Gemeindebrief soll die Stellungnahme unserer eigenen Gemeinde zu
diesem Thema etwas erhellen.
Essenssitten....
Autor: Renée Zucker, Frankfurter Rundschau v. 19.04.2003
Dass Menschen gern zusammen essen, ist eine schöne
Sitte und macht sie sympathisch. Eine Familie gilt so lange als intakt,
wie sie sich zu einem gemeinsamen Mahl zusammenfindet. Freunde gehen gern
zusammen essen.
Als ich Kind war, gab es Freunde, die nicht bei uns essen durften. "Ich
darf nichts bei Fremden essen", sagten sie und blieben in ihrem Kinderzimmer,
während wir zu Mittag oder zu Abend aßen. Ich habe das nie
verstanden, weil wir doch gar keine Fremden waren, sondern schon jahrelang
in der gleichen Straße wohnten oder zur gleichen Schule gingen,
aber da es nicht wenige von diesen Kindern gab, die "nicht bei Fremden
essen durften", dachte ich, es gehörte zu den anderen merkwürdigen
Gewohnheiten der meisten Familien in unserer Umgebung, wie: Stubenarrest,
Taschengeldentzug, Fernsehverbot.
Ich selbst aß leidenschaftlich gerne bei Fremden, eben weil alles
so fremd war. Es gab dort Bandnudeln in warmer Milch, gebratene Blutwurst
oder Rollmöpse in Glibbergelee - und auch, wenn ich nicht alles mochte,
so war ich doch immer wieder fasziniert, wie anders es bei anderen zuging.
Am liebsten war ich bei Familien, die vor dem Essen beteten.
Dieses Warten, bis der Vater die ersten Worte sprach, das Grinsen oder
Augenverdrehen der Kinder, das Gesicht der Mutter, dem man ansah, dass
sie mit den Gedanken ganz woanders war, das ungeduldige Zappeln und verschwörerische
Treten der Füße von uns Kindern unter dem Tisch... das fand
ich immer gemütlich, auch wenn es mir seltsam vorgekommen wäre,
wenn wir das zuhause auch gemacht hätten.....
...
Vor kurzem hat nun der Papst, Vater aller Katholiken,
....... seiner großen Familie verboten, mit anderen zu essen.
Katholiken, heißt es in der neuesten Enzyklika, sollen sich "fernhalten",
wenn Protestanten das Abendmahl zu sich nehmen.
So wie meine Freunde damals, die im Kinderzimmer blieben.
Vielleicht müsste mal einer den Papst an Jesus erinnern. Der aß
zum Beispiel immer gern mit Zöllnern und Sündern. "Ich
bin nicht gekommen, die Gerechten zu rufen, sondern die Sünder",
sagte er (MK2,17) und man muss sich vorstellen, dass zu diesen Zeiten
das Essen gern im Liegen auf gemütlichen Speisesofas eingenommen
wurde. Wahrscheinlich wurde das Sitzen am Tisch erst eingeführt,
als die Bevölkerungen explodierten und nicht genug Platz für
alle zum Liegen war. Jedenfalls schnauselte man zuerst, dann folgte eine
religiöse Zeremonie und zu guter Letzt das Trinkgelage mit Wein,
Weib und Gesang. Wie schon Paulus empfahl.
"Alles soll zur wechselseitigen Erbauung geschehen." (1 Kor
14,26) Der Papst möchte nicht, dass Katholiken und Protestanten sich
wechselseitig erbauen und gemeinsam das Abendmahl zu sich nehmen. Erst
wenn alle das gleiche glauben, die Einheit der Kirche wieder hergestellt
ist, dann dürfen die Katholiken raus aus dem Kinderzimmer und zu
den anderen an den Tisch.
Und was meint der Herr, der gern mit Sündern aß und dessen
Auferstehung der Papst und die Seinen morgen feiern? "Denn ich habe
euch ein Vorbild gegeben; wie ich euch getan habe, so tut auch ihr untereinander."
(Joh 13,12-15)
Gemeinsam oder jeder für sich
Zur Praxis des Abendmahls auf dem ökumenischen Kirchentag in Berlin
Mit dem gemeinsamen ökumenischen Kirchentag in Berlin setzen die
katholische Kirche und die evangelischen Landeskirchen ein besonderes
Zeichen der Verbundenheit und Einigkeit. Die Ökumene soll aber nicht
so weit gehen, wie die päpstliche Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“
deutlich gemacht hat, dass auch die gemeinsame Feier des Abendmahls dazu
zu gehören möglich wäre.
Die evangelischen Kirchen plädieren dagegen für eine Offenheit
und Gastfreundschaft. Dies wird auch in der Lebensordnung der Evangelischen
Kirche in Hessen und Nassau ausdrücklich betont und damit auch in
unserer Gemeinde in Ober-Roden praktiziert: „Da Christus selbst
Gastgeber ist und zu seinem Mahl einlädt, können auch Angehörige
anderer Konfessionen am Abendmahl in der evangelischen Kirche teilnehmen.“
Eine solche Mahlgemeinschaft ist möglich, wenn man trotz unterschiedlicher
theologischer Auffassungen das Gemeinsame und nicht das Trennende hervorhebt.
Das Gemeinsame ist etwa der Charakter der Erinnerung an das Abendmahl
von Jesus mit seinen Jüngern vor seinem Tod und der Aspekt der Gemeinschaft
der Christinnen und Christen miteinander. Trennend ist dagegen etwa rein
äußerlich, dass die evangelischen Christinnen und Christen
das Abendmahl in beiderlei Gestalt von Brot und Wein feiern. Aber das
ist nicht gravierend, weil auch ein Element nach evangelischer Auffassung
zur Heilserfahrung ausreicht. Wer beispielsweise erkältet ist, braucht
nicht am Becher zu trinken.
Von großerer Bedeutung ist die unterschiedliche Auffassung von der
Gegenwart Christi. Während die evangelische Auffassung von der Gegenwart
Christi in den Worten im Akt der Austeilung unter den Elementen von Brot
und Wein spricht, geht die katholische Auffassung von der Wandlung (Konsekration)
der Elemente Brot und Wein in den wahren Leib Christi aus. Das äußert
sich darin, dass in der katholischen Kirche die konsekrierten Elemente
aufbewahrt werden, während das in der evangelischen Kirche nicht
nötig ist.
Die päpstliche Enzyklika nimmt durchaus Bezug auf das, was die evangelische
und katholische Auffassung verbindet. So betont sie ausdrücklich
den in der ökumenischen Arbeit in den letzten Jahren erzielten „fruchtbaren
Dialog im Bereich der ökumenischen Bemühungen“, betont
jedoch gleichzeitig das Verständnis, dass die
„Gemeinde, die zur Feier der Eucharistie zusammenkommt, unbedingt
eines geweihten Priesters [bedarf]“. Damit verbunden ist die Erkenntnis,
dass den Kirchen der Reformation die Weihe eines Priesters fehlt, die
die katholische Kirche auf die Weitergabe der Weihe (Sukzession) von den
Aposteln bis zu den heutigen Priestern zurückführt.
Daraus folgt der entscheidende Passus: „Deshalb müssen die
katholischen Gläubigen bei allem Respekt vor den religiösen
Überzeugungen ihrer getrennten Brüder und Schwestern der Kommunion
fernbleiben, die bei ihren Feiern ausgeteilt wird, damit sie nicht einer
zweideutigen Auffassung
über das Wesen der Eucharistie Vorschub leisten und so die Pflicht
versäumen, für die Wahrheit klar Zeugnis abzulegen. Dies würde
zu einer Verzögerung auf dem Weg zur vollen sichtbaren Einheit führen.“
Dem Papst geht es also gerade um die Einheit der Kirche, wie auch Kardinal
Lehmann in seiner Stellungnahme betont, wenn er die gemeinsame Feier des
Abendmahls verbietet.
Diese Auffassung wird von verschiedenen Reformgruppen in der katholischen
Kirche abgelehnt, etwa der Initiative Kirche von unten (IKvu) und die
KirchenVolks-Bewegung „Wir sind Kirche“, die gemeinsam mit
der evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord während des
Ökumenischen Kirchentages in Berlin ökumenische Gottesdienste
feiern werden.
Dies geschieht nach Auskunft des Sprechers Carl-Peter Klusmann des Gemeinsamen
Arbeitskreises "Ökumene" von IKvu und WsK „nach intensiver
theologischer Vorarbeit“ unter dem Prinzip der „wechsel-seitigen
Gastfreundschaft“, nämlich als
- einem ökumenischen Gottesdienst mit Eucharistie nach katholischem
Ritus und "offener Kommunion",
- einem ökumenischen Gottesdienst mit Abendmahl in evangelischer
Tradition "für alle".
Außerdem werden die beiden Reformgruppen
die Teilnehmenden des Ökumenischen Kirchentages dazu aufrufen, bei
allen Gottesdiensten der Einladung zum Tisch des Herrn zu folgen, auch
wenn diese Einladung in Berlin von den Kirchentagsleitungen nicht ausgesprochen
wird. Ermutigt sehen sich die Reformgruppen durch die renommierten ökumenischen
Institute in Bensheim, Straßburg und Tübingen, die jüngst
ausführlich begründet haben, dass eucharistische Gastfreundschaft
trotz der noch bestehenden Unterschiede im theologischen Verständnis
und in der Praxis der Kirchen theologisch verantwortbar und in vielen
Fällen pastoral sogar geboten ist. Die Institute plädieren für
eine offene Praxis eucharistischer Gastfreundschaft als Normalfall im
Leben ökumenisch verbundener Gemeinden, da die ökumenische Arbeit
einen Stand erreicht habe, der gebiete, nicht nur im Leben einzelner Christinnen
und Christen Konsequenzen zu haben, sondern zu einer offiziellen Praxis
eucharistischer Gastfreundschaft voranzuschreiten.
Für die katholischen Christinnen und Christen
könnte sich durch die Teilnahme an der evangelischen Abendmahlsfeier
dennoch die Gewissensfrage stellen, ob damit auch die Abkehr von der eigenen
Kirche verbunden ist.
Demgegenüber stellte jedoch die Gemeinsame Synode der deutschen Bistümer
1975 ausdrücklich fest, dass katholische Christinnen und Christen,
die auf Grund eigener Gewissensentscheidung am evangelischen Abendmahl
teilnehmen, sich damit nicht von ihrer Kirche abwenden. Folglich stellt
diese Entscheidung nicht die Zugehörigkeit zur eigenen Kirche in
Frage, wie auch die deutschen Bischöfe damals anerkannten.
Genauso stellt sich aber auch für die evangelischen Christinnen und
Christen die Frage, ob man wirklich an der katholischen Abendmahlsfeier
(Eucharistie) teilnehmen möchte, wenn man sich aufgrund der Enzyklika
nicht eingeladen fühlt.
Pfr. Frank Fuchs
Zwischen Festmahl, Gelage und Sündenvergebung
Biblische Zugänge zum Abendmahl
Im Protestantismus hat sich ein bestimmter Begriff
vom Abendmahl festgesetzt, der ganz eng mit Buße und Sündenvergebung
verbunden ist. Daher gibt es vielerorts die Tradition, vor allem am Karfreitag
zum Abendmahl zu gehen und sich damit die Sünden vergeben zu lassen.
Das ist eine erhebliche Verkürzung des biblischen
Abendmahlverständnisses. Daher möchte ich in Kürze einige
andere Verstehensweisen des Abendmahles aufzeigen:
Am Anfang der Geschichte des Abendmahles steht
vor allem das gemeinsame Essen der Gemeindeglieder miteinander in einem
„Sätti-gungsmahl“. Davon zeugt die Geschichte vom letzten
Abendmahl Christi, hier wurde gemeinsam am Vorabend des jüdischen
Passahfestes gegessen und gefeiert. Das zeigen auch spätere Belege:
etwa im Paulusbrief nach Korinth, wo das gemeinsame Essen Anlass zu Streitigkeiten
wurde, weil offensichtlich die besser situierten Menschen ihr Essen und
Trinken mitbrachten und alleine
aßen. Die, die später kamen, weil sie noch arbeiten mussten,
bekamen nichts mehr ab. Paulus redet sogar davon, dass die anderen dann
schon betrunken waren.
Paulus ermahnt zu einem anderen Umgang mit dem
gemeinsamen Essen und legt durch seine Nennung der Einsetzungsworte den
Grundstein für die spätere Ritualisierung und Dogmatisierung
des Abendmahles.
Aber auch die Apostelgeschichte denkt bei ihrer
Erwähnung des Abendmahles an gemeinsames Essen, wenn sie sagt: Apg
2,42 „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und
in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ Auch die erste
Gemeindeordnung, die Didache, versteht das Abendmahl ausschließlich
im Zusammenhang mit einem Sättigungsmahl.
Viel stärker ist in der Bibel der Aspekt der
Gemeinschaft und des gemeinsamen Essens betont, als der der Sündenvergebung.
Man isst in der Gemeinschaft gemeinsam, und das macht die Gemeinde zur
Gemeinde; dadurch geschieht auch Heiligung für den Einzelnen, und
im gemeinsamen Essen und Gottesdienst feiern auch Sündenvergebung.
Aber dieser Aspekt steht kaum im Vordergrund und ist schon gar nicht der
einzige Aspekt beim Abendmahl, von der Frage der Wandlung ganz zu schweigen
– dieses Hokus-Pokus (kommt vom lateinischen „hoc est corpus“
deutsch: Dies ist mein Leib) wurde erst später dazu erfunden.
So reiht sich das Abendmahl ein in eine Vielzahl
von biblischen Texten in denen das gemeinsame Essen eine besondere Bedeutung
hat.
- Die gute jüdische Tradition (darin waren
die ersten christlichen Gruppen ja zu Hause) steht natürlich an erster
Stelle: das jüdische Passahmahl, das an den Auszug Mose aus Ägypten
erinnerte und den Menschen Anteil gibt an der Erfahrung der Befreiung
aus der Sklaverei.
- In der Geschichte vom Auszug ist die Rede davon, dass Gott sein Volk
mit Manna speist. Daran erinnert das Brot beim Abendmahl, es ist Himmelsbrot,
wie das Manna in der Wüste und damit Wegzehrung auf dem Weg in die
Freiheit.
- Und auch das letzte Abendmahl Christi ist in diese Tradition eingeordnet,
denn Jesus feiert das Passahmahl mit seinen Jüngern und stellt so
die Verbindung zwischen Ostern und der jüdischen Befreiungsgeschichte
beim Auszug aus Ägypten her. Ostern ist wie der Auszug aus Ägypten
unsere Befreiung von der Macht des Todes, insofern ist das Abendmahl Lebensspeise.
- Darüber hinaus kommen immer wieder Mahlzeiten vor, die für
Jesus eine besondere Bedeutung haben, das Bild vom Hochzeitsmahl. Das
gemeinsame Essen und Trinken ist wie eine Hochzeit, bei der Jesus mitfeiert
(siehe Hochzeit von Kana, oder die Gleichnisse von einer Hochzeit –
immer wird zu einem Hochzeitsmahl eingeladen).
- Im Abendmahl sind wir sozusagen Gäste des göttlichen Gastgebers.
Wir sind eingeladen und können dankbar dafür sein = Eucharistie,
das heißt zu deutsch: „dankbar sein“.
- Jesus ist auch mit den Sündern und feiert mit ihnen Liebes- bzw.
Freudenmahlzeiten, z.B. mit Zachäus.
- Im Abendmahl ist der auferstandene lebendige Christus unter uns gegenwärtig,
das wird deutlich, als er den Emmausjüngern als Auferstandener das
Brot bricht (Lk. 24).
Diese Geschichten und Traditionen vom Essen schwingen
in der Bibel mit, wenn vom Abendmahl die Rede ist. Daher ist ein nur auf
Sündenvergebung gerichteter Blick auf das Abendmahl biblisch nicht
zu begründen, genauso wie die Frage der Wandlung keine Rolle spielt.
Auch die von den freien Gemeinden ins Feld geführte Ausschließlichkeit,
wonach nur wirklich Gläubige zum Abendmahl zugelassen sind, ist biblisch
unhaltbar. Paulus hat im 1. Korinther lediglich die ausschließen
wollen, die aus dem Abendmahl ein Gelage machen wollten und die Gemeinschaft
dadurch in Frage gestellt haben.
Matthias Welsch
„Erfinder“ des 1. Ökumenischen Kirchentages in Berlin:
Enttäuschung über Abendmahl
Ein gemeinsames Abendmahl von Katholiken
und Protestanten wird es im offiziellen Programm des Ökumenischen
Kirchentags nicht geben. Die katholische Amtskirche lehnt das ab. Margot
Käßmann gibt offen zu: „Das hat mich enttäuscht.“
Kronenberg, der damals für seinen Vorschlag viel Kritik der katholischen
Bischöfe einstecken musste, ist zurückhaltender. Wenn der gemeinsame
Kirchentag die Hoffnung auf eine künftige Abendmahlsgemeinschaft
deutlich machen könne, seien seine Erwartungen erfüllt.
Margot Käßmann, Landesbischöfin
von Hannover, und Friedrich Kronenberg, von 1966 bis 1999 Generalsekretär
des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, sind die „Eltern“
der Idee Ökumenischer Kirchentag
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